ARCHITEKTUR


Der gotische Bau von außen

Der niedrige eingeschnürte Fronbogen, der Langhaus und Chor trennt, hat den zeitüblichen Spitzbogen. Der einjochige Chor mit 5/8-Schluss liegt um zwei Stufen höher und trägt ein Netzrippengewölbe, dessen Felder ein umfangreiches Fres-kenprogramm enthalten. Zweibahnige Maßwerkfenster tragen das Licht in die Kirche. Die Fenster der Chorschrägen tragen ornamentale Glasmalereien des 19. Jahrhunderts. Zur Sakristei führt ein kleines gotisches Portal im südlichen Chorwinkel.

Während der letzten umfassenden Restaurierung ermöglichten archäologische Grabungen im Chor auch Schlüsse auf den Vorgängerbau. Schon in geringer Tiefe konnten unter den Bodenplatten des 19. Jahrhunderts die Reste des Mörtelestrichs aus der Zeit des gotischen Baues des 15. Jahrhun-derts gefunden werden. Darunter wurden in einer weiteren Schicht ebenfalls ein solcher Estrich und Reste von Mauerzügen entdeckt, die auf einen älteren Bau des 12. bis 13. Jahrhunderts schließen lassen. Diese Mauern waren abgetragen worden, ihre Spuren lassen aber Aussagen über den Vor-gängerbau zu. Im Bereich des Hochaltares waren diese Mauern etwa 90 cm stark.

Sie bestehen aus Kalkstein mit Kalkmörtelbindung, wobei die äußeren Mauerflächen aus würfelförm-igen Hausteinen zusammengesetzt sind und dieses zweischalige Mauerwerk mit Bruchsteinen und Mörtel ausgefüllt ist. Der ältere, annähernd quadratische Chor ist gegenüber dem heutigen leicht ver-schoben und war nur etwa 4 x 4,5 m groß. Er trug einen Mörtelestrich. Die Bauweise ist als beson-ders sorgfältig und aufwändig zu bezeichnen, sind doch die etwa 90 cm dicken Mauern innen und außen aus Hausteinquadern aufgemauert, wobei der Mauerkern mit Kalkmörtel gefüllt wurde. Aus gröberen Steinblöcken besteht das eigentliche Fundament, das bis in eine Tiefe von 1,75 m reicht.