ARCHITEKTUR

Im Chor befand sich auch eine aus Stein aufgemauerte Steinmensa, die man beim Neubau im 15. Jahrhundert aber fast gänzlich abtrug und durch den spätgotischen steinernen Altartisch ersetzte, auf dem noch der barocke Hochaltar aufgebaut wurde.

Dieser romanische quadratische Rechteckchor war durch einen Rundbogen, den so genannten Triumphbogen, vom eigentlichen Kirchenschiff abgesetzt, das unter Umständen mit seinen Funda-menten dem Neubau diente und deshalb in seinen Abmessungen dem heutigen gotischen Schiff entsprechen könnte. Dem Bautypus nach ist der Vorgängerbau der heutigen Kirche als ein so ge-nannter Saalbau mit Rechteckchor anzusprechen. Da in der Nähe frühmittelalterliche Gräberfelder entdeckt wurden, zuletzt 2002 sogar nördlich der Kirche, ist eine noch ältere Anlage, als es die roma-nische ist, nicht auszuschließen, wenngleich im Baubefund bisher keine solche Spuren entdeckt werden konnten.

Die durch Univ.-Doz. Dr. Hebert vom Bundesdenkmalamt ergrabene historische Situation konnte auf Dauer sichtbar gemacht werden, indem man vor dem Hochaltar im Boden ein Grabungsfeld mit Fundamentteilen als Hohlraum bestehen ließ, von innen beleuchtete und mit einer trittfesten Glas-platte abdeckte.

Der im Westen angebaute Kirchturm ist in seinen unteren Geschossen noch gotisch, die 1754 da-tierte Glockenstube barock, ebenso die originelle Zwiebelhaube mit ihrer Schindeleindeckung. Bei der letzten Restaurierung wurden hier Rötelgraffiti aus der Zeit um 1500 aufgedeckt. Die vorteilhafter Weise nunmehr hierher verbrachten Grabsteine befanden sich ursprünglich im Chor. Da sie dort den Feuchtigkeitsaustausch der Mauer störten, war ihre Umstellung auch ein Akt der konservatorischen Notwendigkeit.