ERFORSCHEN - BEWAHREN

ZUR RESTAURIERUNG DER WANDMALEREIEN IM CHORRAUM

Hubert Schwarz

Zur Geschichte der Wandmalereien im Chorraum:

Die urkundliche Festlegung der Chorweihe, 1464, ist als Zeitpunkt der Fertigstellung für die im 15. Jahrhundert errichtete zweischiffige Kirche mit vorgelegtem Chor anzusehen.
Mit diesem Datum bzw. in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts ist auch die Entstehung der Wand-malereien anzusetzen, welche die Wand- und Deckenfelder zwischen den Gliederungselementen ausfüllen.
Die Gewölbe- und Wandmalereien wurden um 1840 mit einem Kalkanstrich übertüncht und erst 1884 durch den Wiener Maler Franz Jobst wieder freigelegt.

Schema der Wand- u. Deckenfelder



 

Zu den Bilddarstellungen:

An der Nordwand befinden sich das »Weltgericht« und die »Anbetung der Heiligen Drei Könige«. Unterhalb der Anbetung ist der »Betlehemitische Kindermord« dargestellt. Die Süd-wand ist zur Gänze mit der »Marter der Zehntausend« sowie mit acht Bildfeldern der Erasmuslegende ausgemalt. Die Westseite des Triumphbogens zeigt die Leidensgeschichte Jesu: Christus am Ölberg, die Kreuztragung, die Vollendung der Passion, Christus am Kreuze, Christus im Grabe und Auferstehung. In der Leibung des Triumphbogens sind die klugen und törichten Jungfrauen in einzelnen Bildfeldern auf-gereiht. Südlich an der Triumphbogenwand steht die heilige Helena mit dem Kreuz, nördlich Maria mit dem Kind. Die Deckendarstellungen des Rippengewölbes zeigen den Er-löser, die Symbole der Evangelisten, Szenen aus dem Leben Mariens, Heiligengestalten und musizierende oder betende Engel.