ERFORSCHEN - BEWAHREN


Virgil und Rupert
(im Diözesanmuseum)
  Ab 1982 wurden einige davon in der Schausammlung des Diözesanmu-seums ausgestellt. Es handelte sich dabei um zwei Darstellungen von Bischöfen, die aufgrund ihres stilistischen Befundes um 1520 entstanden sein dürften und der Werkstatt des aus Gmunden stammenden Bildhauers Lienhart Astl zuzuordnen sind. Ikonografisch handelt es sich um Rupert und Virgil, die Patrone der Erzdiözese Salzburg bzw. der Diözese Graz-Seckau. Sie sind als Bischöfe mit Mitra, aufgemaltem Brustkreuz und Mänteln mit Schüsselfalten dargestellt. Der Kirchenpatron Rupert ist am erhaltenen Salzfass kenntlich, während Virgil lediglich ein Buch hält und nur als Pendantfigur als solcher zu identifizieren ist. Die Bischofsstäbe sind nicht mehr erhalten. Auffallend ist die Charakterisierung der breiten Gesichter. Beide Figuren stammen wahrscheinlich vom ehemaligen go-tischen Hochaltar der Kirche und dürften nach dessen Ersatz durch den »modernen« heutigen Hochaltar keinen fest zugewiesenen Platz mehr in der Kirche besessen haben.

Ebenfalls ausgestellt wurde die Figurengruppe der »Virgines capitales«. Im Volksmund ist auch der Spruch bekannt: »Barbara mit dem Turm, Mar-garetha mit dem Wurm, Katharina mit dem Radl sind die drei heiligen Madl«. Die drei gehören auch den 14 Nothelfern an und gelten als Be-schützer des Nährstandes (Margaretha), des Lehrstandes (Katharina) und des Wehrstandes (Barbara). Als vierte hat sich hier Dorothea mit dem Blumenkorb als Patronin der Gärtner, Bräute und Neuvermählten hinzu-gesellt. Künstlerisch sind diese Figuren, die in der Mitte des 17. Jahr-hunderts entstanden sind, sehr bedeutsam. Stilistisch werden sie dem Umkreis des Admonter Bildhauers Georg Remele zugeschrieben.


hl. Katharina, hl. Barbara,
hl. Dorothea, hl. Margaretha