ERFORSCHEN - BEWAHREN

Bericht über die architektonische und restauratorische Zielsetzung Alois Murnig

Am Sonntag, den 28. Oktober 2001, wurde durch eine feierliche Festmesse die Wiedereröffnung der weitgehend abgeschlossenen Innenrestaurierung der Filialkirche hl. Rupert eindrucksvoll zelebriert.

Der spätgotische Kirchenbau wurde bereits 1240 nach urkundlichen Überlieferungen erstmals er-wähnt. Im Zuge bauphysikalischer Überlegungen, eine Fußbodenveränderung im Chorbereich vor-zunehmen, wurden bei einer einwöchigen archäologischen Grabung im Altarraum die Fundamente eines beinahe quadratischen, romanischen Chorabschlusses entdeckt. Diese Entdeckung des ehemaligen Vorgängerbaus wird durch die Überlieferung der im Jahre 1240 belegten Kirchenweihe unterstrichen. Solche Funde sind von besonderer Bedeutung, gewähren sie doch Einblicke in die Baugeschichte sowie in die frühere Geschichte des Ortes.

Das Gesamtausmaß der Innenrenovierung konnte nur in genau festgelegten Bauetappen realisiert werden. So waren es anfänglich gedachte Visionen, an deren Umsetzung so recht niemand glauben wollte, zumal der Umfang der Leistungen jeglichen vorhandenen Finanzrahmen sprengte.

Man begann mit einer umfassenden Mauersanierung der durchfeuchteten Außenwände, die letztend-lich in einer Neuinterpretation des Chorraumes endete. Zwei an der Nordwand platzierte Epitaphien mussten behutsam ausgelöst und das Chorgestühl abgerückt werden, um das aufgehende Mauer-werk mit malereitragendem Putz freizuspielen. Diese unerlässliche Maßnahme für die Trockenlegung der nördlichen Chorwand und Restaurierung der teilweise noch gut erlebbaren Wandmalerei führte zu einer Neugestaltung des Altarraumes.

Nach eingehender Diskussion der sich anbahnenden architektonischen Aufgabe entschloss man sich, die Veränderung des 18. Jahrhunderts auf die Stilmerkmale der Gotik rückzuführen. Damit ver-bunden war die Entfernung der gemauerten Wendeltreppe im Westturmbereich, die bis dahin die Erschließung der Empore über das durchstoßene gotische Gewölbe ermöglicht hatte. Das Gewölbe einschließlich der betont ausgebildeten Gewölbegrate wurde wieder hergestellt, nicht jedoch die farbliche Fassung an den Fehlstellen.