ERFORSCHEN - BEWAHREN

Nachdem der Entschluss zur Erneuerung des Bodenbelages im Chor gefallen war, fanden im Juli 2002 archäologische Grabungen des Bundesdenkmalamtes mit tatkräftiger Unterstützung freiwilliger Helfer und der römisch-katholischen Pfarre Stainach statt 7. (Abb. 6)


Abb.2: Bei Bauarbeiten freigelegter Hohlraum eines Balkenkranzes im Westturm
Bauseitiges Abheben des letzten, von einer Renovierung des späteren 19. Jahrhunderts stammenden Plattenbelages hatte bereits in geringer Tiefe große Partien eines Mörtelestrichs zutage gebracht, der zu dem bestehenden, mit bemerkens-werten Wandmalereien aus der Zeit um 1500 (Werkstatt des »Meisters von Schöder«) geschmückten 8 spätgotischen Chor (Weihe 1464) gehört. Dieser Estrich wies Ausbesserungen auf und war durch spätere Eingriffe beeinträchtigt, die großteils von den Balken eines neuzeitlichen Holzbodens stammen dürften, der vielleicht zusammen mit der aus der Mitte des 17. Jahrhunderts erhaltenen Neueinrichtung (Chorgestühl und Hochaltar) verlegt wurde.
 

Südlich der Hochaltarmensa waren Partien einer nachgo-tischen, wahrscheinlich barocken Mörtelbettung für einen (ver-lorenen) Plattenboden sowie Ziegelflickungen vor dem Sakri-steieingang vorhanden. Erkennbare (Grab-) Schächte wurden, da nicht gefährdet, ungeöffnet belassen. (Abb. 7)

Unter dem gotischen Mörtelestrich tauchten sehr bald die Reste eines weiteren, älteren Mörtelestrichs und abschnittsweise Mauerzüge auf. Der gotische Estrich liegt direkt über den sauber abgetragenen Mauern des älteren, vorgotischen Altarraumes.


Abb.3: Blick in den Balkenhohlraum mit
mittelalterlichen Holzresten