MÖBLIERUNG

Die Filialkirche weist eine bemerkenswerte Ausstattung an Kirchenmöbeln auf, zu denen hier die Kirchenbänke im Schiff und auf der Empore, die Sonderbänke im Chor und einer der ältesten Beicht-stühle des ganzen Landes zählen.

Die Kirchenbänke aus der Mitte des 17. Jahrhunderts sind aus ungefasstem Nadelholz gefertigt und sind im Prinzip sehr gut erhalten. Dass sie in späterer Zeit nicht durch andere ersetzt wurden, hängt nicht nur von der Qualität der Tischlerarbeit, sondern auch von der Tatsache ab, dass man in Filial- weniger häufig als in Pfarrkirchen an die Erneuerung der Einrichtung ging, wo man sich bei ent-sprechender wirtschaftlicher Potenz gerne an die modischen Zeitströmungen von Kunst und Kunst-handwerk hielt. Wenn die Niederhofener Kirchenbänke auf ihren Ablagebrettern zahlreiche Brand-flecken aufweisen, so hängt dies damit zusammen, dass bis zur Elektrifizierung während des Gottes-dienstes meist nur die vorgeschriebenen Altarkerzen brannten und das Kirchenvolk sich seine Be-leuchtung in Form von Wachsstöcken, also vom Lebzelter und Wachszieher zu kunstvollen Knäueln geschlungenen dünnen Kerzen oder anderen Wachslichtern selbst mitbrachte. Man stellte seinen Wachsstock vor sich und entzündete ihn, wobei die Brandspuren beim vollständigen Herabbrennen entstanden.

Blick ins Gestühl
Im Kirchenschiff sind links 11, rechts 10 erhalten, auf der Em-pore weitere 5. Die linke Bankfolge trägt außen in die Wangen eingeschnitten und mit schwarzer Farbe nachgezogen als Datierung dreimal die Jahreszahl 1652, dazu dreimal das IHS als den »süßen Namen Jesu« und zweimal das Herz Jesu mit den drei Kreuzesnägeln, wie sie vor allem in der Symbolik der Jesuiten vorkommen. Dem Schriftduktus nach wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Wangen außen mit den Ziffern 1-11 und die Sitze innerhalb der einzelnen Bänke von 1-65 durchnummeriert.