RESTAURIERUNG

Zum Westportal im Untergeschoß des Kirchturms meint der Architekt, dass nach Abbruch des be-stehenden Emporenaufganges eine Absenkung des Niveaus um die Höhe der nachträglich einge-fügten obersten Stufe erfolgen müsse. Der Boden sollte wie im Kirchenschiff mit Sölker Marmor ausgelegt werden, wofür aber dann später Stein vom Grimming genommen wurde. Der Bretterver-schlag an der Nordseite und des Holztores im Süden wurde beseitigt und dann durch neue verglaste Stahlportale ersetzt. Der neu geschaffene Raum nimmt an seiner Westmauer zwei Grabsteine auf, die bisher im Chor unter den Fresken der nördlichen Mauer befestigt waren. Dieser Turmeingang wird nach seiner Umgestaltung zum Haupteingang der Kirche.

Der Südeingang wurde ebenfalls von der bestehenden Einhausung befreit und deren Belag von Marmorplatten aus Sölker Stein herausgelöst, die zur Ausbesserung des Bodens in der Kirche und zur Neuherstellung desjenigen beim Westeingang verwendet wurden. Da die Gräber des Friedhofes sehr nahe an die Kirche heranrücken, war bei beiden Portalen eine Niveauangleichung des umge-benden Geländes anzustreben, um eine Entwässerung des Bodens zu gewährleisten.

Die Inszenierung des Kircheninneren war im Mittelalter und in früher Neuzeit auf die natürliche Licht-führung durch Fenster und die künstliche mittels Kerzen und Wachsstock angewiesen. Besonders die Gotik hatte - wesentlich geprägt durch mystische Anschauungen - das Tageslicht durch Wand-auflösung mittels enormer Fenstergrößen in den Innenraum geholt und teilweise durch figurale und ornamentale Glasmalereien der Fensterfüllungen verklärt. Seit dem 20. Jahrhundert ist mit dem elektrischen Licht das ideale Beleuchtungsmittel schlechthin auch in die Kirchen gedrungen. Diese Art der Erhellung konnte sich in manchen Fällen bereits vorhandener Luster und Kandelaber bedien-en, die es umzurüsten galt. Wo neue Beleuchtungskörper anzubringen waren, gab es das Problem, dieselben in ein ästhetisches Gleichgewicht mit der Kirchenausstattung zu bringen. Hier gab es manche Ungereimtheiten, die von übertriebenem Historismus bis zu gesuchter jeweiliger Modernität reichten und sich fast immer am Angebot der Beleuchtungsindustrie zu orientieren hatten. Heute hat sich hier technisch und geschmacklich-stilistisch vieles zum Besseren gewendet.