RESTAURIERUNG

Für Niederhofen stellte der Architekt im Bezug zu den Problemen einer Neugestaltung der Innen-raumbeleuchtung folgende Vorgaben auf: Beleuchtung der gotischen Deckenfresken im Presbyteri-um der Kirche durch Scheinwerfer an der Ostseite des den Chor vom Schiff trennenden Chorbogens, vier Luster oder Funktionsleuchten im Kirchenschiff für nach unten gerichtetes Licht jeweils nahe den Kreuzungspunkten der Gewölbenetzrippen, schlichtere Leuchten auf der Empore in ebensolcher Abstimmung mit der Deckenarchitektur, Leuchten auch unter der Empore. Die Kerzenbeleuchtung der Kreuzwegstationen sollte beibehalten werden.

Dass für diese umfassende neue Ordnung der Innenbeleuchtung die vorhandene Elektroinstallation vollkommen erneuert wurde, versteht sich von selbst, hat sie zudem ja auch die erforderliche Alarm-anlage zur Sicherung der Kirche und ihrer Kunstschätze zu versorgen.

Im Mittelalter war es nicht zur Errichtung einer Hausteinempore im hinteren Teil der Kirche gekom-men. Eine jüngere hölzerne Empore, die mehrere Reihen Kirchenbänke auch des 17. Jahrhunderts enthält und an der Brustwehr der Vorderseite mit ornamentalen Schablonenmalereien verziert ist, wurde aber verwirklicht. Dadurch war nicht zusätzlicher Raum für das Kirchenvolk gegeben, sondern auch ein Zugang zu den Geschossen des Kirchturms möglich. Der bestehende Emporenaufgang wurde nun abgebrochen und ein solcher direkt aus dem Kirchenraum in Gestalt einer einfachen Wangentreppe hinaufgeführt. Der bisher hinter dem Hochaltar ein stiefmütterliches Dasein fristende und seiner Funktion längst beraubte zweitälteste Beichtstuhl der Steiermark von 1637 konnte nun als ein besonderes kulturhistorisches Glanzstück am nördlichen Teil der Westmauer unter der Empore aufgestellt werden.

Die Restaurierungsarbeiten und die Neugestaltung des denkmalgeschützten Sakralbaues erfolgte unter enger Zusammenarbeit mit dem Landeskonservatorat des Bundesdenkmalamtes unter Lan-deskonservator Dipl.-Ing. Dr. Friedrich Bouvier und Dipl.-Ing. Alois Murnig. Dieses Amt veranlasste auch eine Kirchengrabung zur Feststellung der ältesten Baugeschichte, die Univ.-Doz. Dr. Bernhard Hebert als Sachbearbeiter für Bodendenkmalpflege erfolgreich durchführte und die Erkenntnisse und Einsichten auch für ein breiteres Publikum veröffentlichte.