RESTAURIERUNG

Nicht minder aufwändig gestaltete sich auch die fachgemäße Restaurierung der künstlerischen Ausstattung. Das historische Kirchengestühl des Schiffes musste ausgebessert und auf neue Podeste gestellt werden, Haupt- und Nebenaltäre mit ihrem Schnitzinventar sowie die Kanzel als größte und komplizierteste gefasste Holzobjekte mussten gereinigt und konservatorisch behandelt werden. Dafür war der junge Restaurator Valentin Schaunigg aus Vorau gefordert, der auch für die stilgerechte Färbelung der Wände und der Steinteile zuständig war. Der Statuenbestand der Altäre und freien Konsolen war so gut erhalten, dass eine Säuberung derselben genügte.

Die zahlreich vorhandenen Ölgemälde der Altäre wurden von der ortsansässigen Niederhofener Restauratorin Mag. Barbara Szykulska gereinigt und fachgerecht restauriert.

Am delikatesten stellte sich aus dem Blickwinkel der Kunstgeschichte und der Restaurierungstech-nik die Behandlung der Wandmalereien des Chores heraus, ging es hier doch nicht nur um die tech-nische Bewältigung eines ganz hervorragenden Schatzes an architekturgebundener Malerei, sondern auch um die endgültige Klärung der Trennung von Originalbefund und Ergänzungen. In einem von Bischöflichem Ordinariat und Landeskonservatorat abgesegneten Restaurierungskonzept waren folgende Maßnahmen zu setzen: die Reinigung der Bildfelder von Staub-, Ruß- und Kotablagerung-en, eine Fixierung der Malschicht, Risssicherungen, die Hinterfüllung von Hohlstellen im Putzgefüge, die Beseitigung der durch aufsteigende Feuchtigkeit hervorgerufenen Ablagerungen von Salzen an der Nordwand und die Abnahme von unsachgemäßen Plombierungen durch vorangegangene Re-staurierungen. Ergänzungen und Rekonstruktionen wurden von vornherein ausgeschlossen, jedoch neutrale Retuschen unter Berücksichtigung des Farbcharakters der Umgebung vorgesehen, desglei-chen die neutrale Einfärbung größerer Fehlstellenbereiche. Diese Arbeiten führte der Grazer Restau-rator Hubert Schwarz durch. Im Restaurierungsbericht von Restaurator Schwarz wird deutlich, wie es um den Originalcharakter der Niederhofener Wandmalereien bei Beginn seiner Untersuchungen stand: Die Malereien der Decke wurden in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts unter Reduktion der Übermalungen des 19. Jahrhunderts überarbeitet. Die Südwand ist noch wesentlich durch die Über-malungen des 19. Jahrhunderts geprägt.