WANDMALEREIEN


Betlehemitischer Kindermord
Die schöne Dreikönigsszene östlich davon ist in ihrem Be-stand durch Feuchtigkeitsschäden gestört. Der Zusammen-halt der Komposition ist aber klar erkennbar. Zentral ist die
hl. Familie in eine im perspektivischen Versuch gemalte gotische Sakralarchitektur gestellt. Maria sitzt unter dem vor-dersten Bogen mit dem Kind im Schoß, vor dem einer der Könige kniet. Die anderen nähern sich von links, während perspektivisch verkleinert im Hintergrund mit angedeuteter grüner Wiesenlandschaft sich das berittene Gefolge nähert.
Dort ist auch eine idealisierte (?) Flusslandschaft mit Stadt zu sehen. Die Könige bringen ihre Gaben in pokalartigen Prunkgefäßen. Besonders auffällig ist die Gestalt des Mohrenkönigs ganz links, der mit geziertem Ausfallschritt und Schnabelschuhen, in ein farbgewechseltes Gewand gekleidet und mit einer auf den Rücken zurückgeschlagenen Kronenkappe, gezeigt wird.

Die Beinstellung erinnert sehr an die zeittypischen Mohrentänze der Moresca. Im nahen Umkreis be-findet sich bekanntlich ein Bildwerk aus der Zeit um 1485/90, das der Werkstätte des Münchener Bildhauers Erasmus Grasser zugeschrieben wird und in seinen Figuren ebenfalls diese auffälligen manirierten Schrittsetzungen aufweist. Es ist dies der berühmte spätgotische Krippenschrein in der Pfarrkirche Oppenberg bei Rottenmann.

Unter diesem Bild befindet sich eine recht dynamisch wirkende und in einen querrechteckigen Rah-men gefasste Darstellung des betlehemitischen Kindermordes. Dieses Fresko überdeckt, wie jün-gste Probenahmen ergaben, ein älteres Bild mit einem gemalten Weihekreuz.

Am linken Fenster der Chorschräge befinden sich links und rechts je ein hl. Bischof, wobei eine Namenszuweisung wegen des Fehlens von Attributen nicht möglich ist. Der Restaurierungsbericht von 2003 nennt hier u. a. den hl. Bischof Konrad von Konstanz.